Hude, 21. November 2025
Rüdiger Engler aus Weyhe bei Bremen wird „Kavalier der Lüfte 2025“
Ehemaliger Rettungshubschrauberpilot wurde damit für sein Lebenswerk ausgezeichnet
Vita:
Nach seiner Ausbildung zum Polizeibeamten ließ sich Rüdiger Engler zum Hubschrauberpiloten ausbilden. Er beschrieb an dem Abend, wie schwer diese Ausbildung war, aber er sah auch ein, dass die Ausbilder alles taten, damit ein Pilot auch in Ausnahmesituationen ihren Hubschrauber bewältigen können.

Philipp Horka, Rüdiger Engler und Marie Rasper (Segelfluggruppe im Bremer Verein für Luftfahrt, deren Gruppe 2024 zum Kavalier der Lüfte ausgezeichnet wurde), die Rüdiger Engler den Koffer mit dem Wanderpokal übergegeben hat.
1985 wechselte er zur Bremer Luftrettung, die zu dem Zeitpunkt vom damaligen Bundesgrenzschutz (seit 2005 Bundespolizei) vorgenommen wurde. 1997 Übernahm die gemeinnützige ADAC-Luftrettung die Station und übernahm dabei auch Rüdiger Engler.
Neben der Pilotenaufgabe war er dann auch Stationsleiter mit einer hohen Verantwortung. Den Hubschrauber in der Bremer Region kennt heute jeder: Christoph 6.

Rüdiger Engler war über 40 Jahre Pilot, immer unfallfrei mit rund 8.000 Flugstunden und über 30.000 Landungen, teilweise in schwierigem Gelände, um Menschen aus der Not zu retten.

Aber auch als Rentner ist er ehrenamtlich aktiv. So leitet er als ehrenamtlicher Geschäftsführer den Landesfeuerwehrverband Bremen mit rund 3.000 Feuerwehrleuten. Er ist aktiv in der Evangelischen Kirche und singt in einem großen Chor. Und damit noch nicht genug, er betreut ältere Personen, damit sie zu Hause weiter leben können, ohne ins Seniorenheim zu müssen

Aber auch während der Pandemie gab es keine Pausen, um Menscheleben zu retten
Der Verein „Kavalier der Lüfte e.V.“ hat auf seiner 59. Veranstaltung, die von dem Huder Piloten Gerd Achgelis 1967 ins Leben gerufen wurde, mit diesen Sätzen geehrt:

Rüdiger Engler war 40 Jahre Pilot in verschiedenen Rettungs-Hubschrauber-Cockpits. Mit seiner Tätigkeit hat er vielen Menschen das Leben retten können. Aus diesem Grund zeichnet ihn der Verein „Kavalier der Lüfte e.V.“ im Jahr 2025 mit einer goldenen Ehrennadel aus.
Silberne Ehrennadeln für das Team Harry Spotter aus Hude
Dem Team Harry Spotter, bestehend aus 3 Personen, wobei aus beruflichen Gründen nur Sven Arnold aus Hude und Magnus Reinke aus Bremen anwesend sein konnten, wurde jeweils die silberne Ehrennadel überreicht.

Sven Arnold aus Hude vom Team Harry Spotter (THS) bei einer Großveranstaltung
Sie fotografieren als nicht gewerbliches Hobby professionell zivile Hubschrauber in ganz Europa. Ihre seriöse und zurückhaltende Art jeweils vor Ort aufzutreten und zu fotografieren, öffnet ihnen die Türen zu Flugplätzen, Herstellern von Hubschraubern oder Einsätzen.

Magnus Reinke erklärte anhand von Schaubildern, wie die ehrenamtliche Arbeit der Hubschrauber-Spotter aussieht und welche Vor- und Nacharbeiten dabei erforderlich sind
Interview aus dem Jahr 2022 mit dem Team Harry Spotter
Wichtig bei ihrer Tätigkeit ist, dass es bei Einsätzen immer nur um den Hubschrauber geht, eventuell verletzte Personen werden niemals fotografiert.

vl.: Moderator Willi Horka, Magnus Reinke (Harry Spotter), Kavalier der Lüfte 2025 Rüdiger Engler, Sven Arnold (Harry Spotter), Philipp Horka, Präsident des Kavalier der Lüfte e.V.
Wer sich von der hohen Qualität der Fotos überzeugen möchte (selbst Hubschrauberhersteller bitten um Fotos für deren Jahreskalender): https://www.instagram.com/team_harryspotter/
Presseberichte 24.11.2025:
https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/kavalier-der-luefte-weyher-ruediger-engler-wird-ausgezeichnet-94051476.html
https://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/kavalier-der-luefte-in-hude-ruediger-engler-fuer-herausragende-leistungen-ausgezeichnet_a_4,2,2894500643.html
Über Gerd Achgelis:
Der Huder Kunstflieger Gerd Achgelis (* 16. Juli 1908 in Golzwarden, Großherzogtum Oldenburg; † 18. Mai 1991 in Hude) war ein deutscher Kunstflieger.
1928 begann er als Kunstflieger zu arbeiten. 1930 flog er eine Stunde lang auf dem Rücken über London. Am 6. September 1931 gewann er die deutschen Kunstflugmeisterschaften. Ab April 1932 arbeitete er als Fluglehrer am Technikum Weimar und als Testpilot. Seine Stelle als Chefpilot bei Focke-Wulf in Bremen trat er im Jahre 1933 an. Ein Angebot einer Stelle als Kunstfluglehrer an der Verkehrsfliegerschule Berlin-Staaken von Hermann Göring im gleichen Jahr, bei der er eine Kunstflugstaffel gründen und ausbilden sollte, nahm Achgelis nicht an.
1934 wurde er Dritter bei den Kunstflug-Europameisterschaften in Paris und nahm auf Vermittlung seines Freundes Ernst Udet mit einer Focke-Wulf Fw 44 B Stieglitz an den „World Championships“ in Cleveland/Ohio teil. Diese Weltmeisterschaft gewann er wie auch die im nächsten Jahr in Los Angeles folgende. 1936 gewann er diese Meisterschaft mit der auf seine Anregung hin entworfenen Fw 56 Stößer zum dritten Mal hintereinander.
Er erprobte als einer von mehreren Einfliegern (Testpiloten) bei Focke-Wulf / Albatros in Berlin neue Flugzeugtypen und wurde Mitinhaber der Hubschrauberfertigung von Focke, Achgelis & Co. GmbH in Delmenhorst. Im Jahre 1937 gründete er zusammen mit Henrich Focke, der gerade bei Focke-Wulf ausgeschieden war, die Firma Focke-Achgelis. Die Firma begann den Hubschrauberbau in Hoykenkamp.
Göring versuchte nach dem Tod des bekannten Kunstfliegers Ernst Udet im Jahr 1941, Achgelis als dessen Nachfolger im Amt des Generalluftzeugmeisters zu gewinnen. Er blieb jedoch als Einflieger bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in einem Flugzeugwerk in Graudenz. Von dort konnte er beim Kriegsende nach Westdeutschland fliehen.

Foto historisch aus der privaten Familiensammlung Achgelis/Wachtendorf
Nach dem Krieg betrieb Achgelis zunächst den elterlichen Hof in Schweiburg (heute Ortsteil von Jade) und erneuerte 1950 seine Fluglizenz in der Schweiz. Ab 1952 war er kaufmännisch in Hude tätig. Gleichwohl blieb er der Fliegerei verbunden. 1961 entstand auf seine Initiative die Flugplatzgemeinschaft Oldenburg. 1975 erhielt er für seine fliegerischen Verdienste die Ehrenmedaille von Paris.
1967 stiftete Gerd Achgelis dann den Wanderpreis „Huder Mönch“ für den „Kavalier der Lüfte“, der seither jährlich an Flieger, die ihre Verbundenheit mit dem Fliegen aus Leidenschaft bewiesen haben, verliehen wird. Mittlerweise sind 58 Kavaliere ausgezeichnet worden.
In der Gemeinde Hude wurde der Gerd-Achgelis-Weg nach ihm benannt. Im Ausstellungsbereich des Hubschraubermuseums Bad Oyenhausen ist eine Ausstellung über Achgelis zu sehen.
Quelle: eigene Recherche, Familieninformationen und Wikipedia
